My Favourites of the Week - Mein Popkultur-Recap 2025
- Stefanie Stanek

- 28. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
2025 habe ich viel Zeit damit verbracht, durch Feeds zu scrollen, Kampagnen zu beobachten und Popkultur-Momente wahrzunehmen. Nicht mit dem Anspruch, alles einzuordnen oder Trends vorherzusagen – sondern eher mit einer einfachen Frage: Warum bleibt mir das gerade hängen?
Ein paar meiner Favs und Erkenntnisse aus insgesamt 13 Blogposts möchte ich hier festhalten - als persönliches Recap.

Nostalgie als Gefühl
Auffällig viele popkulturelle Highlights 2025 fühlten sich seltsam bekannt an. Nicht rückwärtsgewandt – sondern vertraut.
Bibi Blocksberg auf TikTok und Instagram ist dafür ein gutes Beispiel für mich. Eine Kindheitsfigur, mit der viele aufgewachsen sind, tritt heute auf Plattformen auf, die zur aktuellen Mediennutzung passen. Die Accounts interagieren bewusst mit der Community von früher, greifen bekannte Sounds, Sprüche und Codes auf und übersetzen sie gleichzeitig in eine Form, die für heutige Plattformlogiken funktioniert. Nostalgie wird hier nicht einfach reproduziert, sondern aktiv in die Gegenwart übersetzt.
Ähnlich bei Peppa Pig, die eine kleine Schwester bekommt. Eine fiktionale Serienwelt entwickelt sich weiter und wird von Medien, Marken und Erwachsenen aufgegriffen. Was ursprünglich klar für Kinder gedacht ist, wird Teil einer breiteren kulturellen Erzählung. Zeitungen, Plattformen und Brands spielen mit, erzählen weiter, reagieren. Eine Kinderserie wird damit auch für erwachsene Zielgruppen relevant – über geteilte Referenzen und gemeinsames Vorwissen.
Diese Dynamik zeigt sich auch bei anderen popkulturellen Full-Circle-Momenten: Demi Lovato und die Jonas Brothers sind wieder gemeinsam auf der Bühne – ein klarer Rückbezug auf Camp Rock. Und Miranda Priestly, die ikonische Figur aus Der Teufel trägt Prada, taucht plötzlich auf der Fashion Week auf – Fiktion wird Teil der echten Modewelt.
Popkultur arbeitet hier mit ihrem eigenen Archiv und schafft dadurch neue Relevanz für unterschiedliche Generationen. In einem Jahr voller Krisen und Unsicherheiten wirkte Nostalgie wie ein gemeinsamer Rückzugsort – vertraut, verbindend, leicht.
Shareable Kooperationen
Viele der spannendsten Kooperationen 2025 haben für mich nicht mit einem Produkt begonnen, sondern mit der Community.
Ein gutes Beispiel dafür war die Kooperation von McDonald’s und Hitschies. Angefangen hat alles mit einem augenzwinkernden McDrive-Video, in dem der Hitschies-CEO scherzhaft einen McFlurry „Drachenzunge“ bestellen wollte. Kein klassischer, geplanter Kampagnenstart, sondern ein Social-Media-Moment, der von der Community sofort aufgegriffen wurde. Aus dem Witz wurde ein Produkt. Und aus einem Meme eine Kooperation.
Ähnlich arbeitet Krispy Kreme schon seit einiger Zeit: Donuts sind dort weniger Produkt als Bühne. Ob PAC-MAN, Crocs oder saisonale Hypes – die Marke denkt konsequent social first und nutzt Kooperationen, um sich immer wieder neu in popkulturelle Kontexte einzuschreiben. Spielerisch, schnell und nah an der Community.
Auch Passenger Princess, die Kooperation von Amelia Dimoldenberg mit der Formel 1, passt hier gut hinein. In dem YouTube-Format lernt Amelia von verschiedenen Formel-1-Fahrern Autofahren – jede Folge mit einem anderen Profi. Zwei Zielgruppen, die auf den ersten Blick nicht selbstverständlich zusammengehören, werden so spielerisch miteinander verbunden. Amelias ironischer Stil trifft auf die Welt der Formel 1 – leicht, nahbar und ohne Bruch. Die Kooperation wirkt nicht aufgesetzt, sondern überraschend stimmig.
Kooperationen funktionieren dann besonders gut, wenn sie sich wie native Inhalte anfühlen und Zielgruppen auf eine Weise zusammenbringen, die Spaß macht und geteilt werden will.
Formate statt Kampagnen
Was mich 2025 besonders überzeugt hat, waren Formate mit Seriencharakter.
Chicken Shop Date von Amelia Dimoldenberg ist dafür ein Paradebeispiel: ein Interviewformat, das bewusst mit Ironie, Pausen und Running Gags arbeitet. Amelia steht dabei klar im Mittelpunkt – als Interviewerin, Gastgeberin und Persönlichkeit. Das Format funktioniert, weil es nicht glatt sein will, sondern konsequent plattformgerecht erzählt ist: leicht, selbstironisch und sofort wiedererkennbar.
Boah, Bahn! von der Deutschen Bahn folgt einer ähnlichen Logik. Kurze Episoden, wiederkehrende Figuren, viel Selbstironie. Anke Engelke war dabei nicht nur vor der Kamera präsent, sondern auch in die Entwicklung eingebunden – ein Match, das glaubwürdig wirkt. Boah Bahn! ist kein einzelner Spot, sondern ein Format, das Nähe schafft, weil es sich Zeit nimmt, eine Geschichte zu erzählen.
Auch Haribo × Ritter Sport wurde als Format erzählt. Zwei Mitarbeitende der beiden Marken tauschten symbolisch ihre Rollen, wechselten die Markenwelt und führten durch mehrere Videos. Die Kooperation lebte nicht von einem einzelnen Highlight, sondern von der seriellen Erzählung. Zwei etablierte Marken, die ihre Community früh einbinden, Social Media als Spielfeld nutzen – und erst im nächsten Schritt ein gemeinsames Produkt launchen.
Formate funktionieren, weil sie Wiedererkennbarkeit schaffen – und weil man nicht alles auf einmal erzählen muss.
Mein Fazit
Popkultur ist für mich 2025 weniger ein Trendthema als eine Infrastruktur geworden – ein Raum, in dem Marken, Menschen und Communities aufeinandertreffen. Sie schafft Orientierung, gemeinsame Referenzen und manchmal auch Leichtigkeit – gerade in Zeiten, die sich komplex und schwer anfühlen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sie dieses Jahr so präsent war.
Mich interessiert Popkultur genau an dieser Schnittstelle: zwischen Planung und Zufall, zwischen Strategie und Gefühl. Dort, wo Kommunikation nicht nur funktioniert, sondern Resonanz erzeugt. Genau diese Beobachtungen möchte ich auf Substack weiter festhalten. Ohne Kategorien. Ohne festen Rhythmus. Aber mit offenem Blick für alles, was gerade passiert.
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